Korrelation oder Kausalität – Was steckt wirklich hinter einer 1:1-Beziehung bei dem Projekt Fontus von WM-Datenservice?

  • Was verbirgt sich in der D20-Feldermatrix unter der Oberfläche einer scheinbar einfachen 1:1-Beziehung?
  • Welche Auswirkungen entstehen zwangsläufig?
  • Warum ist eine fachliche Analyse unverzichtbar?

Erfahren Sie mehr zu diesen Themen und vergleichenden Gegenüberstellungen einer heutigen mit korrespondieren zukünftigen Tabellen in diesem Beitrag.
In einer zunehmend komplexen Welt neigt das menschliche Gehirn dazu, nach einfachen Mustern zu suchen – nach klaren Ursache-Wirkungs-Prinzipien. So ist es auch bei dem Blick in das Fontus-Projekt von WM Datenservice. In diesem wird innerhalb der D20-Feldermatrix u.a. eine Beziehungsebene einer 1:1 Beziehung zwischen alten und zukünftigen neuen Datenfeldern beschrieben. Diese vermeintlichen 1:1-Zusammenhänge sind verlockend, da sie Komplexität reduzieren und schnelle Entscheidungen ermöglichen. Es lässt sich aktuell innerhalb der Finanzindustrie beobachten, dass exakt diese Felder in einer 1:1

Beziehung mit Prio 1 bezüglich sofortiger Umsetzungs-Maßnahmen behandelt werden. Doch genau diesen Schritt gilt es zu überdenken, da es in der Folge zu inhaltlichen Sachverhaltsabweichungen kommen wird. Das nachfolgende Beispiel soll dies untermauern.

Diese Darstellung legt nahe, dass …

  • das neue Datenfeld (=Variable) UV213B die identische Aussagekraft hat, wie das Alt-Feld UD006A
  • die zu dem neuen Datenfeld gehörende Tabelle UA1 identisch ist mit der Tabelle U51, die zu dem Alt-Feld gehört
  • bei einer Implementierung das Alt-Feld UD006A ohne weitere Anpassungen 1:1 durch die neue Variable UV213B ersetzt werden kann
  • es bei allen anderen 1:1-Konstellationen genauso ist

ABER: Es lohnt sich bei einer Umsetzung, die Details zu beachten!

Konkret: Es lohnt sich die Tabellen dahinter, d. h. die aktuelle Tabelle UA1 mit der neuen Tabelle U51 zu vergleichen:

  • 38 (heute) vs. 26 Schlüssel (zukünftig)
  • 1 Tabelle (heute) vs. Kombination aus 3 Tabellen + Zusatzfelder (zukünftig)
  • U51 (heute): Information sowohl zur Herkunfts- wie auch zur Zielgattung des Umtauschs
  • UA1 (zukünftig): Nur Information zur Zielgattung
  • UA1: Keinen Schlüssel zur Umklassifizierung von Finanzinstrumenten
    (in U51 = Schlüssel AY)

Verkürzte Gegenüberstellung (Ausschnitt) der beiden Tabellen-Inhalte:

Diese verdeutlicht in Kürze

  1. Numerische Schlüssel sind in der neuen Tabelle UA1 nicht existent.
  2. Der Alpha-Schlüssel-Vergleich führt Neu zu ganz anderen Ergebnissen.
  3. Eine Information zur Herkunftsgattung ist in der neuen Tabelle UA1 nicht vorgesehen.

Eine technische 1:1 Übernahme dieser Tabellen würde zu fachlich unsauberen Ergebnissen und somit großem Korrekturbedarf führen.

Weitere Felder und Tabellen sind somit essentiell um annähernd die Informationen abbilden zu können, die heute in einer verketteten Art innerhalb des Altfelds UD006A bzw. der Tabelle U51 dargestellt wird.

Warum die fachliche Perspektive unverzichtbar ist:
Komplexe Zusammenhänge lassen sich nur mit fundierter Fachexpertise wirklich durchdringen. Wer 1:1-Beziehungen lediglich technisch übernimmt, riskiert inhaltliche Abweichungen mit den entsprechend fachlichen Folgen – eine kritische Hinterfragung der scheinbar offensichtlichen Lösung zahlt sich daher immer aus.

Fazit & Ausblick:
Fontus bleibt ein zentrales Infrastrukturvorhaben. Die von WM Datenservice kommunizierte Verschiebung auf voraussichtlich Ostern 2028 unterstreicht, wie essenziell eine realistische Zeitplanung und professionelle Projektbegleitung sind. Gleichzeitig treten mit T+1 und UNO weitere anspruchsvolle Vorhaben in die Umsetzungsphase – mit vergleichbar hohen Anforderungen an Systemstabilität, Ressourcen und Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Wir begleiten Sie auf diesem Weg – von der fachlichen Analyse über die Planung bis hin zu Umsetzung und Testing. Bei Fragen oder kurzfristigem Unterstützungsbedarf erreichen Sie unser Team direkt unter: hello@concedro.com